Der Agent liefert Fakten, bewertet wird auf dem Server
Active Directory ist in den meisten Häusern das System, dessen Kompromittierung alles andere entscheidet, und der Baustein APP.2.2 verlangt in A23 die regelmäßige Analyse der Berechtigungen und der daraus folgenden Angriffspfade. Das Modul prüft dafür fünf Bereiche einer Domäne: was im Verzeichnis lesbar ist, per LDAP über ein gewöhnliches Lesekonto; was nur auf den Domänencontrollern selbst zu sehen ist, die Zertifizierungsstelle, die Zugriffssteuerungslisten und die Gruppenrichtlinien, über die Sonde des isidaten-Agenten. Der Agent liefert Zustände, nie Kennwörter, und die Prüfregeln liegen auf dem Server, damit eine neue Regel kein Agent-Release braucht.
Die Abdeckung ist keine Ampel, sondern eine Karte je Familie: Basis, teilweise, vollständig. Risikoscore und Reifegrad gibt es erst ab „teilweise", und ein Gesamtwert über Verzeichnisse mit gemischter Abdeckung wird nicht gebildet. Eine grüne Bewertung auf halber Grundlage wäre gefährlicher als gar keine.
2
Seitenweise lesen, sonst gilt Seite zwei als unauffällig
Active Directory begrenzt jede Suche serverseitig auf 1000 Objekte und liefert darüber hinaus stillschweigend nichts. Das Modul liest deshalb immer seitenweise, und ein Lauf, der nicht zu Ende gelesen hat, schreibt neue Befunde, schließt aber keine. Ein Attribut, das das Lesekonto nicht sehen darf, gilt als nicht bewertbar, nie als bestanden.
3
Einmal je Regel, nicht je Konto
Dreihundert Konten ohne Kennwortablauf sind nicht dreihundertmal so gefährlich wie eines. Jede offene Prüfregel zählt einmal mit ihren Punkten, in vier auf 100 gedeckelten Bereichen, und der Gesamtscore ist das Maximum, nicht die Summe. Meldet die Sonde eine Lücke, die auch der Bericht kennt, zählt sie einmal.
Domänencontroller über die Agent-Sonde: 18 Regeln zu SMB- und LDAP-Signierung, NTLM, TLS, RPC-Filter, Überwachungsrichtlinie, Kerberos-Armoring, Betriebssystemstand
Zertifizierungsstelle: 16 Regeln, ESC1 bis ESC16 sowie Schlüssellänge, Signaturverfahren und Ablauf des CA-Zertifikats
Zugriffssteuerungslisten: 14 Regeln von DCSync-Delegation über AdminSDHolder und Shadow Credentials bis zu LAPS-Leserechten
Gruppenrichtlinien: 14 Regeln von Kennwörtern in den Einstellungen bis zu gehärteten Pfaden für SYSVOL und NETLOGON
Registry-Werte nur aus einer serverseitigen Allowlist, Kennwörter in Einstellungen nur als Vorhandensein gemeldet, nie als Wert
Zweiter Leseweg: die Sonde liefert den Verzeichnisbestand als Aufnahme, dann braucht die Instanz keinen Netzpfad zum Domänencontroller
Import von PingCastle-Berichten als Zweitmeinung; die Regeln tragen eigene deutsche und englische Texte
Befund-Lebenszyklus wie bei Schwachstellen, Ausnahmen je Objekt, Verzeichnis oder global mit Genehmigung und Frist (ISO 27001 A.5.18)
Abhilfe als PowerShell zum Kopieren am Befund, ausgeführt wird sie nie durch den Agenten; das Modul schreibt nie ins Verzeichnis
Maßnahme, Aufgabe, Risikoregister ab Schweregrad hoch, Regelkette, SIEM-Ereignis und Kontosperre über Sofortmaßnahmen nach Freigabe
MFA-Abdeckungsbericht nach § 30 Abs. 2 Nr. 10 BSIG aus Smartcard-Pflicht und gespiegeltem Entra-Status, mit CSV der Konten ohne Faktor
Normübersicht je Anforderung: belegt, offen, teilweise geprüft, nicht geprüft, nicht abgedeckt, für BSI APP.2.2, ORP.4, ISO 27001 Anhang A und § 30 BSIG
Cockpit mit Abdeckung je Familie, Tier-0-Befunden, Verlauf über 90 Tage und täglichem Lauf
Ergebnis
Ein Nachweis für APP.2.2 A23, der sagt, was geprüft wurde und was nicht, statt einer Note, die beides verwischt.
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