← Zurück zu News 12.07.2026

Die erste KI-Ransomware kam durch eine offene Tür

Anfang Juli dokumentierte Sysdig die erste Ransomware-Kampagne, die ein KI-Agent von der Erkundung bis zur Verschlüsselung selbst gefahren hat. Das Beunruhigende daran ist nicht die KI: Der Einstieg lief über eine bekannte Lücke, eine zweite von 2021 und Standard-Zugangsdaten. Warum das Fundament auch gegen Angreifer in Maschinengeschwindigkeit verteidigt.

Anfang Juli dokumentierte das Threat-Research-Team von Sysdig eine Ransomware-Kampagne, die es JadePuffer nennt: die erste bekannte Operation, bei der ein KI-Agent den Angriff von Anfang bis Ende selbst gefahren hat. Erkundung, Diebstahl von Zugangsdaten, Seitwärtsbewegung, Persistenz, Verschlüsselung, Erpresserschreiben, alles ohne menschliche Hand am Werkzeug. Als ein Login fehlschlug, diagnostizierte der Agent die Ursache und lieferte nach 31 Sekunden einen funktionierenden Fix.

Was der Agent konnte, ist neu

Die Geschwindigkeit ist der Punkt, an dem sich etwas verändert hat. Ein menschlicher Angreifer probiert, wartet, kommt wieder. Dieser Agent arbeitete durchgehend, passte sich in Sekunden an und protokollierte dabei die eigene Absicht. Am Ende waren 1.342 Konfigurationselemente verschlüsselt und mindestens acht Datenbanken zerstört. Den Verschlüsselungsschlüssel hat der Agent nie gespeichert. Wer gezahlt hätte, hätte trotzdem nichts zurückbekommen.

Wie er hereinkam, ist alt

Und genau hier lohnt der zweite Blick: Der Einstieg lief über CVE-2025-3248, eine seit über einem Jahr bekannte Lücke im LLM-Framework Langflow, unauthentifizierte Codeausführung auf einem exponierten Endpunkt. Ausgerechnet ein KI-Werkzeug war die Tür für den KI-Angriff. Weiter ging es über einen Konfigurationsserver mit einer Lücke von 2021 und einen Objektspeicher mit Standard-Zugangsdaten. Keine einzige Zero-Day. Die KI hat die Ausführung automatisiert. Die Türen standen vorher offen.

Was daraus für die Verteidigung folgt

Gegen einen Angreifer in Maschinengeschwindigkeit verteidigt kein neues Wunderwerkzeug, sondern das Fundament, nur konsequenter: wissen, welche Dienste von außen erreichbar sind, bekannte und aktiv ausgenutzte Lücken zuerst schließen, Standard-Zugangsdaten und exponierte Endpunkte härten. Genau dafür gibt es in isidaten das Attack Surface Management, das die eigene Außenfläche laufend erfasst, und das Schwachstellenmanagement, das Funde nach realer Ausnutzung priorisiert, statt die halbe Liste abzuarbeiten. Warum nicht jede CVE zählt, war hier schon einmal Thema.

Wie Sie Ihre Außenfläche und Ihre Schwachstellen in den Griff bekommen, zeigen die Modulseiten Attack Surface Management und Schwachstellenmanagement.

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